WirtschaftAktualisiert: Juni 2025

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2010–2025

Anzahl der Unternehmensinsolvenzen pro Jahr in Deutschland. Datenquelle: Destatis.

📊 Key Insights

  • Trotz Wirtschaftskrise sanken Insolvenzen 2020/2021 auf ein Rekordtief durch Staatshilfen und Aussetzung der Insolvenzantragspflicht.
  • 2024 stieg die Zahl auf ca. 22.400 — ein Anstieg von über 50 % seit 2021.
  • Besonders betroffen: Bauwesen, Handel und Dienstleistungen durch Zinswende und Inflation.
  • Die Normalisierung der Insolvenzzahlen signalisiert das Ende der staatlichen Stützungsmaßnahmen.

Unternehmensinsolvenzen in Deutschland 2010–2025

Unternehmensinsolvenzen sind ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit einer Volkswirtschaft. Sie zeigen, wie viele Unternehmen ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen können und gerichtlich abgewickelt oder saniert werden müssen. Die Zahl der Insolvenzen wird von konjunkturellen Zyklen, rechtlichen Rahmenbedingungen und staatlichen Hilfsprogrammen beeinflusst.

In Deutschland zeigte sich über die letzten Jahre ein paradoxes Bild: Obwohl die Wirtschaft 2020 in die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg schlitterte, sank die Zahl der Insolvenzen auf ein historisches Tief. Der Grund: Die Bundesregierung setzte die Insolvenzantragspflicht aus und gewährte umfangreiche Hilfen wie Überbrückungshilfe und Kurzarbeitergeld.

Dies führte zu einem als „Zombie-Unternehmen" bezeichneten Phänomen — Unternehmen, die ohne staatliche Stütze längst insolvent wären, wurden künstlich am Leben gehalten. Als die Hilfen ausliefen und die EZB die Zinsen anhob, kehrte die Realität zurück. Seit 2022 steigen die Insolvenzzahlen steil an.

Besonders betroffen sind energieintensive Branchen, der Bausektor und kleine Dienstleister. Die gestiegenen Energiekosten, höheres Zinsniveau und die Inflation haben viele ohnehin fragile Unternehmen an ihre Grenzen gebracht.

Das Liniendiagramm zeigt den Verlauf der Unternehmensinsolvenzen und macht den „Corona-Knick" ebenso sichtbar wie die aktuelle Normalisierung.

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Datenquelle: Destatis. Anzahl. Stand: Juni 2025.

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